Die Donau führt aktuell außergewöhnlich niedrig Wasser. Die Pegelstände in den freien Fließstrecken liegen rund 60 cm unter dem langjährigen Niederwasserwert, in der Wachau sind noch 2,0 Meter, östlich von Wien 1,8 Meter Fahrwasser in der Tiefenrinne gegeben. Die Güterschifffahrt ist weitgehend zum Erliegen gekommen, auch die Kreuzschifffahrt ist deutlich eingeschränkt.
Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und der staatliche Wasserstraßenbetreiber viadonau nehmen die Entwicklung ernst und verstärken die bestehenden Maßnahmen zur Sicherung der Schifffahrt.
Die aktuelle Niederwasserperiode bewegt sich auf dem Niveau der bisher markantesten Vergleichsjahre 2003 und 2018. 2018 war das bislang letzte historische Niederwasserjahr: Damals brach das Transportaufkommen auf der österreichischen Donau um 25,1 Prozent ein, von 9,6 Millionen auf 7,2 Millionen Tonnen. Der Anteil der Donau am Modal Split sank von 10 auf 8 Prozent. Auch dieses Jahr muss mit einem Rückgang des Transportaufkommens aufgrund des niedrigen Wasserpegels gerechnet werden. Behördliche Sperren gibt es zwar keine, doch die Beladungen der Güterschiffe muss deutlich reduziert werden, sodass eine Verlagerung der Transporte auf die Schiene oder Straße sich derzeit als wirtschaftlicher darstellt. Viele Flusskreuzfahrten sind nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich, sodass auch die Fahrgastzahlen 2026 sinken werden.
Ungewöhnlich an der aktuellen Lage ist zudem der Zeitpunkt: Niedrigwasserphasen treten laut Fachleuten normalerweise erst im Spätsommer oder Herbst auf.
Fahrrinne trotz Rekordtiefstand aktuell gesichert
Möglich ist die lange Aufrechterhaltung der Schifffahrt vor allem durch die vorausschauende, ganzjährige Instandhaltung der Wasserstraße durch viadonau: mehrtägige Pegelprognosen für die Schifffahrtstreibenden sowie laufende Baggerungen der aktuellen Seichtstellen. Dadurch kann trotz der historisch so geringen Wassermenge heute eine Fahrwassertiefe von 1,8 Metern östlich von Wien und 2,0 Metern in der Wachau sichergestellt werden.
Mit einem Einzugsgebiet von rund 800.000 km² vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer ist Niederwasser an der Donau eine europäische Herausforderung. Österreich koordiniert daher seit Jahren internationale Kooperationsprojekte wie FAIRway Danube, mit deren Hilfe sich insbesondere südosteuropäische Donaustaaten wichtiges Equipment wie Vermessungsboote und Baggergeräte anschaffen konnten. Im Rahmen der EU-Donauraumstrategie (EUSDR) sowie des TEN-T-Kernnetzkorridors Rhein-Donau wird zudem eine aktualisierte Donau-Deklaration erarbeitet, die die Verkehrsminister:innen der Donauanrainerstaaten Ende September in Brüssel unterzeichnen werden.
